Startseite»Leistungen»Zulassung und Registrierung» Wassergefährdungsklassen und Zubereitungen

Wassergefährdungsklassen und Zubereitungen

Einstufung von Zubereitungen in Gefahrensätze

Die Grundlagen zur Beurteilung und Einstufung von gefährlichen Zubereitungen waren bis zum 1. Juni 2015 in der Richtlinie 1999/45/EG festgelegt, die für die Einstufung in WGK noch von Bedeutung ist. In Anhang III der Richtlinie wurden drei verschiedene Methoden zur Beurteilung der umweltgefährlichen Eigenschaften einer Zubereitung beschrieben:

  • Gelistete Gefahrstoffe: Wenn ein Inhaltsstoff der Zubereitung als Gefahrstoff in Anhang VI Tabelle 3.2 der GHS-Richtlinie genannt ist, gelten die dort aufgeführten Konzentrationsgrenzwerte, in Anwesenheit mehrerer Gefahrstoffe werden diese entsprechend ihrer Verhältnisse der Konzentration im Produkt und der entsprechenden Konzentrationsgrenzwerte gewichtet.
  • Konzentrationsgrenzwerte der Einzelkomponenten: Wenn ein oder mehrere Inhaltsstoffe in einen der Gefahrensätze (R-Sätze) R50, 51, 52, 53 (ggf. in Kombination mit R53) eingestuft sind, erfolgt die Einstufung der Zubereitung anhand fester Konzentrationsgrenzwerte.
  • Direkte Prüfung der Zubereitung: Für bestimmte Fragestellungen kann auch die Testung der akuten aquatischen Toxizität der Zubereitung selbst sinnvoll sein.

In der Regel wird die Beurteilung der Gefahren einer Zubereitung für die aquatische Umwelt nach der konventionellen Methode (a und b) durchgeführt. Wenn die aquatische Toxizität anhand von Prüfungen direkt bestimmt werden soll, sind die Prüfungen nach den Vorgaben der Verordnung (EG) Nr. 440/2008 zur Festlegung von Prüfmethoden für REACH mit den drei vorgesehenen Organismen (Algen, Wasserflöhe und Fische) durchzuführen. Seit dem 1. Juni 2015 sind die Einstufungskriterien der GHS-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 für Gemische anzuwenden. Die Einstufung hinsichtlich möglicher Umweltgefahren ist im Abschnitt 4 beschrieben. Künftig wird z.B. auch die chronische aquatische Toxizität bewertet, bei der die Organismen über einen im Verhältnis zum Lebenszyklus längeren Zeitraum exponiert werden. Zudem wurden für hochtoxische Bestandteile von Gemischen (d.h. solche mit einem EC50 < 1 mg/L bzw. einem NOEC < 0,1 mg/L) sogenannte "Multiplikationsfaktoren eingeführt", die bei der Berechnung der Einstufung von Gemischen gemäß der Summierungsmethode berücksichtigt werden.  

Einstufung von Stoffen und Zubereitungen in Wassergefährdungsklassen

Wassergefährdende Stoffe und Stoffgemische werden entsprechend ihrer Gefährlichkeit in eine der folgenden Wassergefährdungsklassen (WGK) eingestuft:

WGK 3: stark wassergefährdend,

WGK 2: wassergefährdend,

WGK 1: schwach wassergefährdend.

Die Einstufung in eine WGK erfolgt nach der Verwaltungsvorschrift wassergefährdende Stoffe (VwVwS) vom 17.05.1999, die neben umfangreichen weiteren Dokumenten von der Webseite des Öffnet externen Link in neuem FensterUmweltbundesamtes heruntergeladen werden kann.

Künftig wird die Einstufung wassergefährdender Stoffe und Gemische durch die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (Leitet Herunterladen der Datei einAwSV) (Entwurf vom 18.03.16) geregelt. Die Verordnung ersetzt die bisherigen Landesverordnungen über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und dient auch der Umsetzung der GHS-Verordnung zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen. Die Einstufung von Stoffen und Gemischen in Wassergefährdungsklassen ist in Anlang 1 der Verordnung beschrieben.

Die Einstufung von Stoffgemischen in eine WGK wird auch künftig entweder über eine Rechenregel mit den WGK der Komponenten oder auf Basis von Prüfdaten am Stoffgemisch erfolgen. Bei Gemischen, deren Komponenten nicht im Einzelnen bekannt sind, kann die Wassergefährdungsklasse auch durch direkte Prüfungen am Gemisch bestimmt werden. Die akute aquatische Toxizität wird an mindestens zwei Organismen (Fische, Wasserflöhe, Algen) bestimmt. Anhand der Ergebnisse werden Bewertungspunkte zugeordnet, die in die Festsetzung einer WGK einfließen. Näheres ist in einem Leitfaden für Selbsteinstufer beschrieben.