Leuchtbakterientest

DIN 38412-L34*), DIN 38412-L341*), EN ISO 11348, (DIN 38412-37)


*) DIN wurden zurückgezogen, sind allerdings noch in der Parameterliste der AbwV erwähnt und damit gültig

Prinzip

Der Leuchtbakterientest ist ein statischer Kurzzeittest zur Untersuchung von Abwasser und wässrigen Lösungen von Prüfsubstanzen. Verwendet werden marine Bakterien der Gattungen Vibrio fischeri (auch Photobacterium phosphoreum), die bei funktionierendem Stoffwechsel ein natürliches Leuchten ("Bioluminiszenz") aussenden, das mit einem Luminometer erfaßt werden kann. Bei einer Störung des Stoffwechsels (z.B. durch die Einwirkung von Chemikalien) ist die bakterielle Leuchtintensität vermindert. Testkriterium ist die nach einer Kontaktzeit von 30 min. gemessene Leuchtintensitätsabnahme gegenüber den Kontrollansätzen.

A)  Einzelsubstanztestung

Eine Verdünnungsreihe der Prüfsubstanz wird in NaCl Lösung angesetzt und es werden ca. 106 Leuchtbakterien je ml Testlösung zugegeben. Zum Zeitpunkt 0 und 30 min. werden die Leuchtintensitäten gemessen und die prozentualen Hemmwirkungen im Vergleich zur Negativkontrolle berechnet. Aus den Versuchsdaten wird die Dosis-Wirkungsbeziehung über eine Regressionsanalyse nach log-Probit-Transformation der Wertepaare berechnet. Hieraus lässt sich die 50%ige Effektkonzentration auf die Leuchtintensität (EC50) bestimmen.

B) Abwasseruntersuchung

Hauptanwendungsbereich des Leuchtbakterientests ist die Abwasseruntersuchung. Eine Verdünnungsreihe der Abwasserprobe (zwei Ansätze pro Konzentration) wird mit NaCl aufgesalzen und es werden ca. 106 Leuchtbakterien je ml zugegeben. Zum Zeitpunkt 0 und 30 min. werden die Leuchtintensitäten gemessen und die prozentualen Hemmwirkungen im Vergleich zur Negativkontrolle berechnet. Als Ergebnis wird die kleinste Verdünnungsstufe G angegeben, ab der eine Hemmwirkung der Leuchtintensität unter 20% gemessen wird (=GL-Wert). Hierbei entspricht G dem Verdünnungsfaktor bzw. dem Kehrwert des Volumenanteils an Abwasser im Testansatz (Nr. 404 AbwV und DIN 38412-L34).

C)  Chronische Toxizität

In einer weiteren Testvariante wird die Hemmung der Zellvermehrung von Vibrio fischeri nach 7 h Kontaktzeit über Trübungsmessungen bei 436 nm bestimmt (DIN 38412-L37). Im Gegensatz zum Kurzzeittest wird hier die chronische Toxizität erfasst. Der Versuchsaufbau entspricht dem Pseudomonas-Wachstumshemmtest.