Verfügbare Testsysteme zur Bestimmung des biologischen Abbaus - Identifizierung von Lücken in der Persistenzbewertung

UBA, FKZ Projekt Nr. 54429, Laufzeit 05/2015 – 03/2016

Auftraggeber:

Umweltbundesamt (Projekt Nr.54429)

Durchführung:

FoBiG GmbH, Markus Schwarz, Klaus Schneider (Projektleitung)

Hydrotox GmbH, Stefan Gartiser

ECT Oekotoxikologie GmbH, Flörsheim, Thomas Junker

Projektlaufzeit:

05/2015 -03/2016

Zusammenfassung

Daten zur biologischen Abbaubarkeit und zur Persistenz werden u.a. zur Identifizierung von persistenten, bioakkumulierenden und toxischen Stoffe (PBT-Stoffe) und von sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Stoffe (VPvB-Stoffe) nach REACH Anhang XIII benötigt. Erste Aussagen zur möglichen Persistenz eines Stoffes geben Screening-Tests zum leichten biologischen Abbau (z.B. OECD 301 A-F, OECD 310). Schlussfolgerungen bezüglich einer „Nicht-Persistenz“ sind hieraus allerdings nur für „biologisch leicht abbaubare“ Stoffe möglich. Für die Tests auf inhärente Abbaubarkeit (OECD 302 B und C) werden sehr strikte Kriterien herangezogen, so dass sie in der Praxis selten für die Persistenzbewertung herangezogen werden. Als „Goldstandard“ in der Persistenzbewertung gelten Simulationstests (z.B. OECD 308, OECD 309), die mit radioaktiv markierten Substanzen unter realistischeren Bedingungen durchgeführt, aber wesentlich aufwändiger und damit teurer sind. Um diesen Aufwand zu reduzieren, wurden sogenannte Enhanced Screening-Tests vorgeschlagen, die eine Zwischenstellung zwischen den Tests zur leichten biologischen Abbaubarkeit und den Simulationstests für die Persistenzbewertung einnehmen und ausschließlich für die Persistzenzbewertung vorgesehen sind. Zu den vorgeschlagenen Verbesserungen zählen u.a. eine Erhöhung der Biomasse und des Flaschenvolumens sowie eine Verlängerung der Testdauer auf z.B. 60 Tage. Es fehlt aber eine Anleitung, welche Grenzen den Enhanced Screening-Tests für die Persistenzbewertung gesetzt werden.

Um die Anwendbarkeit etablierter und neuer Bioabbaubarkeitstests für die Persistenzbewertung im Rahmen der PBT/vPvB-Beurteilung unter REACH zu prüfen, wurde eine Literaturstudie durchgeführt. Screeningtests auf leichte und inhärente biologische Abbaubarkeit, Vorschläge für Enhanced Screening-Tests sowie erst kürzlich entwickelte kompartimentspezifische Screening-Tests werden hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen beurteilt. Darauf basierend werden Empfehlungen zur Verbesserung ihrer Leistungsfähigkeit und Eignung für die Persistenzbeurteilung gegeben. Obgleich nicht im Zentrum dieser Studie, werden auch für Simulationstests (OECD 307, 308, 309) Vorschläge zur Verwendung bei der Persistenzbewertung gemacht. Die Empfehlungen konzentrieren sich auf die Definition, Standardisierung und Optimierung von Testbedingungen, Validitätskriterien und Auswertung im Hinblick auf die Persistenzbewertung. Bezüglich Enhanced Screening-Tests wird kritisch diskutiert, welche „Verstärkungen“ eingeführt werden können, ohne den Screening-Charakter dieser Testgattung in Frage zu stellen. Darüber hinaus werden spezielle Problematiken im Rahmen der Persistenzbeurteilung adressiert, namentlich nichtextrahierbare Rückstände (NER) in Tests mit Boden oder Sediment sowie Substanzgruppen, die in standardisierten Tests zu Problemen führen können (schwer wasserlösliche Substanzen; Substanzen hoher Flüchtigkeit; UVCB-Stoffe).

 

Ansprechpartner bei Hydrotox GmbH
Dr. Stefan Gartiser, E-Mail: gartiser(at)hydrotox.de, Tel: +49-(0)761-45512-24