Thematische Strategie zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln - Übertragung der Vorschläge auf Biozide

UBA FKZ 3708 63 400, Laufzeit 2008-2011

Auftraggeber

UBA, FKZ 3708 63 400, Laufzeit 2008 - 2011

Durchführung

Hydrotox GmbH, Stefan Gartiser (Projektleitung)
Ökopol GmbH, Heike Lüskow
Öko-Institut e.V., Rita Groß

Projektlaufzeit

Oktober 2008 – August 2011

Projektbeschreibung

Die nachhaltige Verwendung von Pestiziden verfolgt das Ziel, unabhängig von einzelnen Produkt-Zulassungen, bestehende Risiken der Pestizid-Anwendung zu minimieren und so zur Entlastung der Schutzgüter beizutragen. Die Thematische Strategie (TS) und die Rahmenrichtlinie 2009/128/EG (RRL) zur nachhaltigen Verwendung von Pestiziden berücksichtigen bisher nur Pflanzenschutzmittel (PSM). Für Biozide existiert keine harmonisierte Herangehensweise.

Im Projekt wurden die Möglichkeiten und Erfordernisse zur Übertragbarkeit der Maßnahmen der RRL auf den Biozidbereich analysiert. Der Focus lag auf Holzschutzmitteln, Insektiziden und Antifoulingprodukten. Obwohl verschiedene Wirkstoffe im Ablauf kommunaler Kläranlagen und im Oberflächenwasser nachgewiesen werden, fehlen verlässliche Daten zum Biozidverbrauch und den Verwendungsmustern ebenso wie eine Bestandsaufnahme der bestehenden Umweltbelastung, die als Grundlage für die Identifizierung von Handlungsschwerpunkten herangezogen werden könnten. Diese Daten werden dringend für die Entwicklung geeigneter Indikatoren und die Festlegung von Zielen benötigt. Die nachhaltige Verwendung von Bioziden adressiert die drei Aspekte der sozialen, umweltbezogenen und wirtschaftlichen Ziele der Nachhaltigkeit, wobei die ökologischen Grundlagen die Grenzen und Leitplanken der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung markieren. Die systematische Analyse der für PSM festgelegten Instrumente zur Verbesserung einer nachhaltigen Verwendung von Pestiziden, die in der TS und der RRL beschrieben sind, ergab, dass viele Aspekte auf den Biozidbereich übertragen werden können. Dies betrifft z.B. die Aus- und Fortbildung, Anforderungen an den Verkauf, Informationskampagnen zur Verbraucher-Sensibilisierung, die Kontrolle der Anwendungsgeräte für Biozide, die Entwicklung von besten Techniken auf Basis der Prinzipien der integrierten Schädlingsbekämpfung und Statistiken zum Biozidverbrauch. Einige biozidspezifische Besonderheiten müssen jedoch berücksichtigt werden: Beispielsweise werden - anders als bei PSM - einige Biozide bestimmungsgemäß in Wasserkörpern oder in Innenräumen eingesetzt. Darüber hinaus sind für einige Produktarten die Emissionen während der Nutzungsphase (u.a. durch Auswaschung) weit bedeutender als während der Anwendungsphase. Die Autoren empfehlen die Entwicklung eines Aktionsrahmens zur nachhaltigen Verwendung von Bioziden auf EUEbene. Unter Auswertung der vorhandenen Daten sollten Problemschwerpunkte und Handlungsoptionen identifiziert und priorisiert werden. Diese Maßnahmen könnten dann durch Auflage einer neuen TS oder RRL für Biozide oder durch Änderung der bestehenden TS oder RRL für Pestizide eingeführt werden. Bestimmte Maßnahmen könnten aber auch zunächst auf nationaler Ebene etabliert und in einem nationalen Aktionsplan integriert werden. Eine Priorisierung der zu berücksichtigenden Biozidanwendungen ist erforderlich. Später könnten die auf nationaler Ebene getroffenen Maßnahmen in eine generelle Strategie zur nachhaltigen Verwendung von Bioziden auf EU-Ebene münden.

Weitere Informationen

Der Abschlussbericht (auf Englisch) wurde als UBA-Texte Band Nr. 6/2012 veröffentlicht. In einem Folgeprojekt werden Aspekte zur nachhaltigen Verwendung von Desinfektionsmiteln, Mauerschutzmitteln und Rodentiziden analysiert.

Der Öffnet externen Link in neuem FensterAbschlussbericht kann hier heruntergeladen werden.

Ansprechpartner bei Hydrotox

Dr. Stefan Gartiser
Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailGartiser(at)hydrotox.de
Tel: +49-(0)761-45512-24