Toxizität und Mutagenität von Abwässern der Textilproduktion

UBA FKZ: 102 06 519, Laufzeit 1993 bis 1995

Forschungsprojekt im Auftrag des Umweltbundesamtes Berlin, F + E 102 06 519, Mai 1995
UBA-Texte 49/95

Im Auftrag des Umweltbundesamtes wurden Abwässer aus Textilveredelungsbetrieben und den dazugehörigen Kläranlagen mit Hilfe von Biotestverfahren untersucht. Insgesamt wurden ca. 560 Biotestverfahren (Algen-, Daphnien-, Leuchtbakterien, Ames-, Hamsterzell- und Zahn-Wellens-Test) durchgeführt. Die Toxizität der Textilabwässer war im Vergleich zu anderen Industrieabwässern nur in Einzelfällen herausragend. Jedoch war eine große Anzahl der Proben (27% der Indirekteinleiter) im nativen Zustand mutagen im Ames-Test. Im Folgetest auf Chromosomenaberrationen (V79 Hamsterzelltest) zeigten darüber hinaus 5 von 9 nativen Proben ein mutagenes Potential. Die Methodik und die Testsysteme erwiesen sich sowohl im Hinblick auf den Ersatz des Fischtests als auch auf ihre Anwendbarkeit zur Erkennung der Ursache unerwünschter Effekte im Abwasser durch Zurückverfolgung zu den Teilströmen und Chemikalien der Produktion als geeignet. Die ermittelten Daten liefern eine gute Grundlage, um relative Toxizitäten verschiedener Textilveredelungsbetriebe zu ermitteln. Aus den Ergebnissen ging auch deutlich die Bedeutung mutagener Stoffe in Textilveredelungsprozessen hervor.

 

Biotests als Hilfe im ökologischen Stoffmanagement am Beispiel der textilveredelnden Industrie